Praxisbeispiel — Lissabon, 5 Monate
- Gesamtausgaben: 5.250 € (durchschnittlich 1.050 €/Monat).
- Erasmus+-Zuschuss: ca. 3.400 € (Satz Gruppe 2 + Praktikumszuschlag +150 €/Monat + Reisekosten).
- Zuschuss des Gastunternehmens: 0 € (typisch für Lissabonner Scale-ups).
- Eigenanteil: ca. 1.850 €.
Praxisbeispiel — Berlin, 5 Monate
- Gesamtausgaben: 7.250 € (durchschnittlich 1.450 €/Monat).
- Erasmus+-Zuschuss: ca. 3.600 €.
- Zuschuss des Gastunternehmens: 450 €/Monat (typischer Median; Mindestlohnregeln gelten nur für freiwillige Praktika über 3 Monate und schließen Pflichtpraktika aus).
- Eigenanteil: ca. 1.400 €.
Praxisbeispiel — Dublin, 5 Monate
- Gesamtausgaben: 8.500 € (1.700 €/Monat — starker Druck durch Wohnkosten).
- Erasmus+-Zuschuss: ca. 4.200 € (Satz Gruppe 1).
- Zuschuss des Gastunternehmens: stark schwankend, oft 300–600 €/Monat.
- Eigenanteil: 2.000–2.500 €.
Wohin das Geld fließt (typische Verteilung)
- Unterkunft: 50–60 %.
- Essen: 18–22 %.
- Verkehr: 4–6 %.
- Freizeit und Reisen: 15–20 %.
Praxisbeispiel — Barcelona, 6 Monate
Barcelona liegt kostenmäßig zwischen Lissabon und Berlin. Die folgenden Posten stammen von einer IT-Praktikanten-Kohorte aus 2025.
- Gesamtausgaben: 7.800 € (durchschnittlich 1.300 €/Monat).
- Erasmus+-Zuschuss: ca. 4.100 € (Gruppe 2 + Praktikumszuschlag +150 €/Monat + Reisekostenband 1).
- Zuschuss des Gastunternehmens: 350 €/Monat bei einem Scale-up im 22@-Viertel (typisch für ein 6-monatiges Praktikum).
- Eigenanteil: ca. 1.600 €.
- Größter Einzelposten — Wohngemeinschaft im Eixample für 700 €/Monat.
Praxisbeispiel — Amsterdam, 4 Monate
Amsterdam gehört zu den teuersten Erasmus+ Zielen. Plane entsprechend — allein die Unterkunft kann den gesamten Zuschuss aufzehren.
- Gesamtausgaben: 7.200 € (durchschnittlich 1.800 €/Monat).
- Erasmus+-Zuschuss: ca. 3.200 € (Kurzaufenthaltssatz Gruppe 1 + Reisekosten).
- Zuschuss des Gastunternehmens: 500 €/Monat (typisch in Tech und Finance).
- Eigenanteil: ca. 2.000 €.
- Allein die Unterkunft: 950 €/Monat für eine WG in Oost oder Zuid.
Versteckte Kosten, die Studierende vergessen
Die sichtbaren Posten sind Miete, Essen und Verkehr. Die versteckten Kosten fressen ohne Planung still 10–20 % des Budgets auf.
- Kaution (1–2 Monatsmieten) — rückzahlbar, blockiert aber während der gesamten Mobilität Liquidität.
- Vermittlungsgebühren bei Mietwohnungen — in manchen Ländern illegal, in anderen üblich (300–800 €).
- Haftpflicht- und Unfallversicherung — 15–30 €/Monat, falls die entsendende Hochschule sie nicht übernimmt.
- Visum, Aufenthaltstitel und TIE-/Anmeldegebühren — 40–200 € je nach Land.
- Erstausstattung in der ersten Woche — lokale SIM-Karte, Verkehrsticket, Küchengrundausstattung, Fahrrad oder Roller (150–400 €).
- Inlandsreisen zu anderen EU-Städten am Wochenende — Studierende unterschätzen diesen Posten regelmäßig um 200–500 €/Monat.
Ein Sicherheitspuffer von 1.000 € bei der Abreise fängt fast jede realistische Überraschung ab. Ohne ihn verzichten Studierende oft auf die Versicherung oder nehmen in der ersten Woche eine schlechte Unterkunft in Kauf — beides Entscheidungen, die sich über den Praktikumsverlauf hinweg verschärfen.
Wie sich die Lücke finanzieren lässt, wenn der Zuschuss nicht reicht
Der Programmleitfaden konzipiert den Zuschuss ausdrücklich als Beitrag, nicht als Gehalt. Studierende ohne familiäre Unterstützung haben mehrere legitime Aufstockungsmöglichkeiten.
- Inklusionszuschlag für Personen mit geringeren Chancen — einmalig 250 € plus Übernahme realer Kosten; frag dein International Office.
- Green-Travel-Zuschlag — bis zu 50 € + 4 Tage zusätzliche individuelle Unterstützung bei Landreisen.
- Nationale oder regionale Zuschüsse — viele Länder (Deutschland, Frankreich, spanische Regionen) bieten zusätzliche Erasmus+-Kofinanzierung.
- Zuschüsse des Gastunternehmens — aktiv verhandeln; viele Gastgeber zahlen 300–600 € für eine längere Verpflichtung.
- Erasmus-Studienkredit über den Europäischen Investitionsfonds (wo verfügbar).
- Studentischer Nebenjob im Gastland — meist erlaubt außerhalb der Kernpraktikumszeiten und im Rahmen der Visumgrenzen.
Kombiniert man zwei oder drei dieser Optionen, schließt sich die Lücke für die meisten Städte. Studierende, denen mitten in der Mobilität das Geld ausgeht, haben sich fast immer von Anfang an nur auf eine einzige Finanzierungsquelle verlassen.
So nutzt du diesen Artikel für ein Koordinator-Briefing
Drei Folien auf Basis der obigen Praxisbeispiele reichen meist aus, um beim Briefing vor der Abreise realistische Erwartungen zu setzen.
- Folie 1 — Kernzahlen je Ländergruppe (Lissabon, Barcelona, Berlin, Amsterdam).
- Folie 2 — Wohin das Geld fließt (prozentuale Aufteilung).
- Folie 3 — Versteckte Kosten und Sicherheitspuffer.
Studierende, die schon beim Briefing realistische Zahlen sehen, geraten mitten in der Mobilität selten in eine Liquiditätskrise. Diese 15 Minuten sind der Programmpunkt mit dem höchsten ROI im gesamten Vorbereitungszeitplan.
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Quellen
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- Numbeo — European cities cost of living — Numbeo
- Eurostat — Comparative price levels of consumer goods — Eurostat
- Erasmus+ Programme Guide 2026 — Grant rates — European Commission
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